Rahmenvereinbarung

Vereinbarung zwischen dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst dem Schulamt Ostthüringen der Stadt Jena, Stadt der Wissenschaft 2008 der Friedrich-Schiller-Universität Jena der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena und dem Carl-Zeiss-Gymnasium Jena

Vereinbarung zwischen
dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst
dem Schulamt Ostthüringen
der Stadt Jena, Stadt der Wissenschaft 2008
der Friedrich-Schiller-Universität Jena
der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena
und
dem Carl-Zeiss-Gymnasium Jena

Präambel

Diese Rahmenvereinbarung hat das gemeinsame Ziel, die schulische Begabtenförderung auf mathematisch-naturwissenschaftlich-technischem Gebiet durch das Carl-Zeiss-Gymnasium Jena langfristig und kontinuierlich auf einem hohen Niveau zu sichern und auszubauen.

Im Jahr 2008, in dem Jena den Titel „Stadt der Wissenschaft“ trägt, sind Impulse für eine Stärkung mathematisch-naturwissenschaftlicher und technischer Bildung besonders wichtig. Die Schlüsselstellung von Mathematik, Naturwissenschaft und Technik/Informatik für die weitere Profilierung Jenas als „Leuchtturm von Wissenschaft und Technik“ sind Anlass für die Konzentration auf diese Inhalte auch über das Jahr 2008 hinaus.

Das Carl-Zeiss-Gymnasium nimmt in Ostthüringen als Zentrum der Förderung mathematischer, naturwissenschaftlicher und technischer Begabungen einen wichtigen Platz ein. Seit vielen Jahren werden junge Nachwuchswissenschaftler an dieser Schule auf wissenschaftliche Laufbahnen vorbereitet und tragen an vielen Stellen wichtige Verantwortung in Wissenschaft und Wirtschaft der Stadt Jena. Grundlage dafür bildet die besondere Ausbildung in den Spezialklassen ebenso wie die frühzeitige gezielte Förderung in den Orientierungsklassen 5 bis 8. Nach dem Übertritt an das Gymnasium nach Klasse 4 werden in diesen Klassen der Sekundarstufe I interessierte und begabte Kinder mit dem Beginn der weiterführenden Schule kontinuierlich in den Bereichen der MINT-Fächer gefördert.

Die Vereinbarung zwischen den genannten Partnern setzt Eckpunkte für eine weitere erfolgreiche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am Carl-Zeiss-Gymnasium. Hervorzuheben ist dabei die Förderung durch die in Jena gegebenen Möglichkeiten von Universität und Fachhochschule. Die über viele Jahre gewachsene Zusammenarbeit von Schule und Hochschulen soll mit der Vereinbarung einen nachhaltigen Niederschlag finden, der die Potenzen für beide Partner ausschöpft.

Mit dem gemeinsamen Ziel der „Stärkung der Rolle der Förderung von Kindern und Jugendlichen auf mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Gebieten in Ostthüringen“ vereinbaren die genannten Partner folgende Schwerpunkte:

  • die langfristige Stärkung des Regionalzentrums Ostthüringen zur Förderung von Schülerinnen und Schülern in der Ostthüringer Region;
  • eine deutlich wahrnehmbare Öffentlichkeitsarbeit für die Begabtenförderung über die Grenzen Thüringens hinaus;
  • eine hohe Ausbildungsqualität in den Orientierungsklassen 5 bis 8 am Carl-Zeiss-Gymnasium Jena;
  • die optimale Förderung der Schülerinnen und Schüler in den Spezialklassen 9 bis 12 des Carl-Zeiss-Gymnasiums Jena;
  • die Klärung der Fortsetzung der Arbeit am Carl-Zeiss-Gymnasium Jena nach dem vereinbarten Zeitraum der Vereinbarung;

Das Carl-Zeiss-Gymnasium verankert in seiner Zielstellung:

  • die Realisierung eines hohen mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Ausbildungsstandes im Unterricht und den Fördermaßnahmen sowie Erfolge in regionalen und überregionalen Wettbewerben im MINT-Bereich;
  • die Ausprägung fachlicher und sozialer Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler und damit die Herausbildung von engagierten Persönlichkeiten, die Verantwortung in Wissenschaft und Wirtschaft übernehmen können;
  • die Förderung der Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 – 8 durch Enrichment und Akzeleration in einem rhythmisierten Ganztagskonzept;
  • die Fortsetzung der überregionalen Förderung durch das Regionalzentrum Ostthüringen inklusive der Qualifizierung der Kontaktlehrerinnen und Kontaktlehrer an den Gymnasien des Einzugsgebietes;
  • die Übernahme von Beratungsaufgaben hinsichtlich Schullaufbahnen zum Beispiel bei Elternanfragen im Zusammenhang mit Förderungen bei begabten Schülerinnen und Schülern im MINT-Bereich;
  • die Öffnung der Schule über die Aktivitäten von „Kurs 21“ hinaus an wissenschaftliche Einrichtungen und wirtschaftliche Unternehmen der Stadt mit dem Ziel, die Verankerung der Absolventen in der Region voranzubringen.

Das für das Schulwesen zuständige Ministerium unterstützt die Arbeit am Carl-Zeiss-Gymnasium durch:

  • die Festigung des Regionalzentrums Ostthüringen weiterhin im Umfang von 50 Lehrerwochenstunden, wobei die Rolle der Kontaktlehrer gestärkt wird;
  • die Würdigung von Spitzenleistungen der Schülerinnen und Schüler bei deutschlandweit beachtenswerten Ergebnissen;
  • die partielle Übergabe von Verantwortung für Organisation und Durchführung von Wettbewerben auf regionalen und überregionalen Gebieten wie den Vorbereitungen auf die internationalen Olympiaden und die Landesolympiaden in den MINT-Fächern;

Folgende Unterstützungen leistet das Schulamt Ostthüringen:

  • eine intensive Begleitung der schulscharfen Ausschreibungen zur Sicherung der Qualität der Ausbildung innerhalb der Begabtenförderung;
  • die inhaltliche Begleitung der Begabtenförderung in den Klassen 5-8 und die Unterstützung bei einer flexiblen Stundenverteilung im bisherigen Stundentafel- und Förderrahmen;
  • die Unterstützung des stadtoffenen AG-Systems an der Schule durch gemeinsame Lösungssuche hinsichtlich zusätzlicher Lehrerwochenstunden für regionale AG-Tätigkeit;
  • die Unterstützung des Konzepts der Begabtenförderung im MINT-Bereich in Ostthüringen durch Zusammenarbeit mit den Gymnasien des Schulamtsbereiches.

Die Stadt Jena bekennt sich zur Begabtenförderung am Carl-Zeiss-Gymnasium und fördert diese durch:

  • die Würdigung herausragender Leistungen der Schülerinnen und Schüler durch den Oberbürgermeister;
  • die Unterstützung der Ausbildung an der Schule durch öffentliche Darstellungen der Besonderheiten des Gymnasiums und Schaffung von Rahmenbedingungen, die Schülerinnen und Schüler der gesamten Region die Möglichkeiten des Lernens an der Schule bieten und Chancen eröffnen, dass Absolventen der Schule an die Stadt und die Region gebunden bleiben;
  • die Erörterung der Möglichkeiten gemeinsam mit dem Land Thüringen für den Bau einer Aula;
  • die Begleitung der Arbeit des Internates der Schule in der gemeinsamen Verantwortung für eine qualitativ hochwertige Schülerunterbringung.

Die Friedrich-Schiller-Universität unterstützt die Arbeit am Carl-Zeiss-Gymnasium durch:

  • individuelle Förderungen von Schülerinnen und Schülern in den entsprechenden MINT-Fakultäten durch geeignete Hochschullehrer;
  • die Öffnung von Vorlesungen, Praktika und Experimentiermöglichkeiten im MINT-Bereich, insbesondere durch die Aufnahme besonders begabter Schülerinnen und Schüler als Frühstudenten im Sinne des § 71 des Thüringer Hochschulgesetzes (ThürHG);
  • die Einladung von Schülerinnen und Schülern zu ausgewählten Vorträgen und Unterstützungen bei Teilnahmen an Sommerschulen oder Camps;
  • die Betreuung von Schülerarbeiten bereits in der Sekundarstufe I bis hin zur Betreuung von Seminarfacharbeiten auf wissenschaftlichem Niveau;
  • die Gestaltung von Vorträgen an unserer Schule zum Beispiel am Tag der Wissenschaften.

Die Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena begleitet die Ausbildung am Gymnasium durch:

  • die Öffnung von Praktikumsplätzen und Vorträgen bzw. Vorlesungen im MINT-Bereich für Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums;
  • die Einladung von Schülerinnen und Schülern zu ausgewählten Veranstaltungen;
  • die Betreuung von Schülerarbeiten bereits in der Sekundarstufe I bis hin zur Betreuung von Seminarfacharbeiten auf wissenschaftlichem Niveau;
  • durch eine Öffnung entsprechend der neuen Immatrikulationsordnung (§ 17) für den bedingten Zugang besonders befähigter Gymnasiasten an die Fachhochschule Jena;
  • die jährliche Vergabe eines Förderpreises für die besten Seminarfacharbeiten der Schülerinnen und Schüler der zwölften Klassen.

Dauer der Vereinbarung

In einem ersten Zeitraum für vier Jahre: 01.11.2013 bis 31.07.2017

Schlussbestimmungen

Die Partner verpflichten sich innerhalb des vereinbarten Zeitraums zu einer Zusammenkunft, um über die Vereinbarung und ihre Realisierung zu beraten.

Änderungen und Ergänzungen der Vereinbarung bedürfen der Schriftform.

Jena, 11.10.2013

Thüringer Minister
für Bildung, Wissenschaft
und Kultur
Ch. Matschie
(amt.) Schulamtsleiter
Schulamt OstthüringenN. Seitz
Oberbürgermeister
der Stadt JenaDr. A. Schröter
Rektor
Universität
Jena
Prof. Dr.Dicke
Rektorin
Fachhochschule
Jena
Prof. G. Beibst
Schulleiter
Carl-Zeiss-Gymnasium
Jena
Dr. C. Müller